HOLZKIRCHHAUSEN

TurnierHelmstadtDie halbe Welt war am Samstagabend in der Welsbachhalle zu Gast: Indianer, Sarazenen, Olympioniken, Römer, Gallier, Mongolen – und selbst grüne Marsmännchen brodelten mit im Schmelztiegel kosmischer Internationalität.

Das 14. Männerballett-Turnier des Faschingsclubs Helmstadt (FCH) machte deutlich: Längst ist diese Programmnummer nicht nur fester Bestandteil fast jeder Faschingssitzung, sondern schon fast eine Art Volksbewegung, die die 5. Jahreszeit bis weit nach Aschermittwoch verlängert. So füllten Schulkinder, Jugendliche, junge Erwachsene und die „reifere Jugend“ bis zum Rentenalter die Halle.

Mitglieder von 14 Männerballettgruppen aus der Region Würzburg sowie dem benachbarten Hessen und Baden-Württemberg hüpften, tanzten, überschlugen sich, tänzelten, flogen, drehten sich oder warfen sich gegenseitig über die Bühne – immer angefeuert von fetziger Musik und tosend applaudierenden Fans.

Eine Jury, bestehend aus Vertretern aller Teilnehmergruppen, bewertete akrobatische Elemente, Harmonie, Einfallsreichtum sowie Kostüme. Angst vor der schlechtesten Platzierung brauche keine Gruppe zu haben: Wer nicht auf die ersten drei Plätze kam, erhielt generell eine Urkunde für einen 4. Platz.

Der Vorjahressieger, Karnevalsverein-Tanzsportclub Wächtersbach, hatte auch in diesem Jahr die Nase vorn: Die Sachlabberdabber 02 e. V. aus dem Ortsteil Aufenau nahmen aus den Händen des FCH-Vorsitzenden Wilhelm Schäfer, der Sitzungspräsidentin Manuela Rustler und des Moderators Thomas Schraudt den Siegerpokal entgegen.

Die hessische Gruppe beschäftigte sich mit dem „Schuh des Manitu“ und indianischen Gebräuchen, tänzerisch, akrobatisch und fantasievoll präsentiert.

Knapp dahinter setzte die Jury das Männerballett des HCV aus Homburg, das Olympia zum Thema hatte. Sportlichkeit, ausgedrückt durch enorm viel Einfallsreichtum in der Präsentation, bescherte dem „Bubenballett“ den zweitgrößten Pokal an diesem Abend.

Die farbenprächtigste Formation waren zweifelsohne die Mannsbilder aus Dorfprozelten. „En morz Zärgus“ überschrieben sie ihre reizvolle Schau in untermainischem Rheinfränkisch. Trickreich war, wie einer der Clowns mit einem Tretroller übers Hochseil balancierte.

An den weiteren Teilnehmergruppen lässt sich der weite Einzugsbereich des FCH-Männerballett-Turniers ablesen: Die Gruppe aus Segnitz bei Kitzingen stellten als Piraten den „Fluch vom Meeee“ dar, aus Gerchsheim kam die „Biene Maja“ mit ihren Freunden hergeflogen, die Lengfurter Jugend „Durstige Männer“ kündete von Footballern und Cheerleadern, als coole Jungs und heiße Frauen outeten sich die Männer aus Tiefenthal, die wüste Sarazenengruppe kam aus Urphar herbeigeeilt, in die 90er Jahre entführte das Männerballett „Musche Cat Dolls“ aus Birkenfeld, eine Reise durch die Welt einfallsreicher Werbespots unternahm das Männerballett aus Thüngen, den ewig erfolglosen Kampf der Römer gegen Asterix, Obelix & Co. nahmen die Männer aus Markt Bibart, zwischen Kitzingen und Neustadt/Aisch, auf, die Hasenkühle aus Grünsfeld bei Tauberbischofsheim starteten eine Mars-Mission, als „Crazy Frogs“ in Blau wirbelte das Männerballett Altbessingen im Schweinfurter Hinterland über die Bühne und den Abschluss setzten blutrünstige Mongolen aus Thüngersheim. Zwischen den einzelnen Blocks sorgten die Helmstadter Kindergarde, die Helmstadter Majorettes und die Schautanzgruppe aus Homburg für einen charmanten und grazilen Anblick.

Nach dem Ballett-Spektakel klang es zur Konservenmusik von „Voyager 2000“ noch lange immer wieder „Hey, das geht ab: wir feiern die ganze Nacht!“ – Was wörtlich zu nehmen war, denn die Bar hatte gegen 1 Uhr noch kein Interesse, schon den Schlüssel umzudrehen. . .

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